Von der Frustration zur Freude Erfolgsgeschichten aus dem Training

In meiner Arbeit als Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin darf ich viele Kinder und Jugendliche auf ihrem Lernweg begleiten. Was mich dabei immer wieder berührt: Die Entwicklung, die möglich wird, wenn auf die individuellen Probleme, die eine Legasthenie oder Dyskalkulie mit sich bringt, eingegangen wird, wenn das Kind verstanden wird und wenn es in seinem Tempo, mit der richtigen Methode und ohne Angst vor Fehlern üben darf.

Ich möchte heute ein paar dieser Geschichten mit euch teilen. Geschichten, die Mut machen. Geschichten, die zeigen, dass aus Frustration wieder Freude am Lernen werden kann. (Hinweis: Die Namen wurden -zum Schutz der Kinder – geändert.)

Sebastian (8): „Ich bin einfach zu dumm.“

Als Sebastian das erste Mal zu mir kam, war sein Selbstwertgefühl erschreckend niedrig. Bei jedem kleinen Fehler sagte er sofort: „Ich bin einfach zu dumm.“ Lesen war für ihn eine Qual.

Im Training begannen wir mit einfachen Übungen zur akustischen Differenzierung und Aufmerksamkeit. Irgendwann merkte Sebastian: „Das kann ich ja!“
Wir bauten ganz bewusst viele Erfolgserlebnisse ein. Nach ein paar Wochen las er mir seinen ersten kleinen Text vor – stockend, aber stolz. Und statt sich für Fehler zu schämen, fragte er: „Darf ich’s nochmal probieren?“ Heute sagt er: „Lesen ist nicht mehr mein Feind.“

Lena (12): Mathe aber nur mit Tränen

Lena hatte große Schwierigkeiten mit Zahlen. Rechenwege konnten nicht erfasst und richtig gerechnet werden, das Einmaleins saß nicht, Textaufgaben endeten regelmäßig in Tränen. Ihre Mutter war verzweifelt – trotz täglichem Üben blieb der Erfolg aus.

Im Dyskalkulie-Training arbeiteten wir zuerst daran, Lenas Zahlenverständnis von Grund auf neu aufzubauen. Wir gingen dabei auf jene Entwicklungsstufe bei Lena zurück, wo die 1. Schwierigkeiten auftraten. Wir nutzten Würfel, Rechenplättchen und Bewegungsübungen, um Mathe für sie greifbar zu machen.

Nach einigen Monaten kam Lena zur Stunde und sagte ganz nebenbei: „Ich hab in Mathe alles richtig gehabt beim Test.“ Und dann: „Ich hab’s sogar verstanden. Eigentlich ist es ganz leicht.“

Noah (10): Konzentration – oje!

Noah war ein sehr neugieriger, aufmerksamer Junge, aber beim Lernen schien seine Aufmerksamkeit sofort zu verschwinden. Schon das bloße Öffnen des Heftes führte zu Gähnen, Ausreden oder Genervtheit. Seine Eltern berichteten, dass das tägliche Üben zum ständigen Konfliktthema wurde.

Wir starteten mit gezielten Aufmerksamkeitsübungen, eingebettet in spielerische Trainingsphasen. Wichtig war: kurze Einheiten, klare Struktur, kleine Belohnungen. Nach und nach konnte Noah sich immer länger konzentrieren – und er selbst bemerkte einen Unterschied.

Sein schönster Satz war: „Ich glaub, mein Kopf hört jetzt besser zu.“

Was ich aus diesen Geschichten mitnehme?

Jedes Kind bringt seine eigene Geschichte mit. Und jedes Kind verdient die Chance, in einem geschützten Rahmen seine Stärken zu entdecken, auch (oder gerade dann) wenn Lernen bisher mit Frust und Tränen verbunden war.

Ich bin dankbar, dass ich Teil dieser Wege sein darf und stolz, was jedes einzelne Kind hier bei mir geleistet hat.
Und ich freue mich über jedes Kind, das zu mir kommt mit dem Gefühl: „Vielleicht geht es bei mir irgendwann auch.“

Wenn du Fragen zu meinem Training hast oder wissen möchtest, wie ich individuell unterstütze, melde dich gerne bei mir. Auch in den Ferien bin ich für euch da!

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